Kennen Sie die Geschichte von Freuds Neffen Edward Louis Bernays, der den Amerikanern den Speck für ihr Frühstück verkaufte und die seitdem Bacon & Eggs futtern bis das der Arzt stirbt? Ähnlich genial waren die Italiener, als sie uns den Rucola – deutsch: Rauke – zurück auf den Teller brachten. Alle essen diesen Mist, der entweder nach nichts oder einfach nur leicht bitter schmeckt und finden das cool. Es gibt deutlich besseres, Löwenzahn zum Beispiel, aber wir futtern alle Rauke, weil das ja ein so italienisches Lebensgefühl einbringt. Aber Italiener essen ja auch mehr Spinat als Popeye.
Seit gestern aber weiß ich das man das alles noch ganz „easy“ toppen kann. Kennen Sie Steckenpferde? Ja natürlich, das sind die hässlichen Dinger, früher bestehend aus einem meist hässlichen Pferdekopf aus Holz und einem Besenstiel, auf denen Kinder durch die Gegend rannten. Da ja alles wieder modern werden muss, damit man es noch einmal verkaufen kann, hat das Steckenpferd nun gestern bei mir zugeschlagen. Unsere Enkel fingen an, etwas von Hobby-Horst zu faseln. Erst dachte ich, ich hätte mich verhört. Also fragte ich nach und bekam zur Antwort gemeint sei Hobby-Horse und der Hobby-Horst die Verballhornung. Man klärte mich jetzt auf, dass dies wohl wieder total „In“ sei. Meine mir von unserem Multiversum anvertraute Gattin hat mich mittlerweile auf Stand gebracht, dass dieses Hobby-Horsing – in meinem Kopf als reiten von Steckenpferden verankert – in ihrer Kita schon immer ein Thema war und ist. Das Ende vom Lied ist jenes, welches einem Opa zu Gesicht steht und in seine Obliegenheit gehört. Opa muss nun den Kindern jeweils ein Hobby-Horse besorgen, denn Kind drei, die Ältere in der Gemeinschaft der Patchworkfamilie besitzt schon eines und hat sogar schon ein Parcours erstellt. Na dann, „Opa hau rein.“ Dem Multiversum sei Dank gibt es mittlerweile Handy genannte Smartphones, auf dem die Kinder anhand des Anschauens von Bildern, begleitet von eifrigem wischen, sich je eines aussuchen können. Wenn die Kinder auf den Smartphones der Eltern oder Großeltern, Bilder du Videos schauen und durchs Netz wischen ist das alles Okay und Normal. Wenn aber die Kinder dann ein Smartphone haben wollen, dann sperren sich die Eltern, die Großeltern und vor allem die in ihrer gnadenlos falschen Selbsteinschätzung allzeit Weise Regierung dagegen und finden tausendundeinen Gründe es zu verweigern oder gar zu verbieten. Sowas nervt mich ungemein.
Im Ergebnis hatte der Opa also jetzt zwei Links zum Shoppen – großer Dank ans besagte Multiversum, in ein und demselben Shop. Opa bestellt also auf der Website dessen Name hier auch das Programm abbildet – Hobby-Horste, so weit das Auge reicht. Nur schwarze Schimmel gab es nicht. Als alter Rabattgeier – so sieht mich jedenfalls meine geliebte Frau – habe ich mich unter einer völlig unverfänglichen E-Mail-Adresse, welche ich für solche Fälle vorhalte, für 5 % Rabatt angemeldet. Der Shopbetreiber hat mir dann auch einen Rabattcode gesendet, nämlich: SPAREN5. Soweit so gut. Opa langt also im Bestellprozess der nach seinem empfinden sauteueren „Horste“ in der Kasse des Shops an und findet dort das Eingabefeld für Rabattcodes. Während ich also SPAREN5 eingebe, denke ich, fünf? Geht vielleicht auch SPAREN10? Gedacht und ausprobiert, klappt. 10 % Rabatt ergeiert und von den 13,90 Euro gleich wieder 4,90 Euro Versandkosten ins Nirwana geschickt – aber immerhin, Rabatt. Die Gesamtersparnis reicht gerade so für 2 Latte Macchiato.
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