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Eigenlob stinkt? Dann lasse ich es jetzt mal stinken

Meine mir vom Multiversum anvertraute Gattin hatte ein Problem. Der sind in ihrer Kita zwei vierjährige! Kinder ausgebüxt. Die sind über ein Gittertor vom Außengelände raus, indem sie darüber geklettert sind. Welch kriminelle Energie in solch kleinen Menschen stecken kann, das ist schon recht erstaunlich, denn die zwei Flüchtigen hatten ihre Mission auch noch damit abgesichert, dass sie zwei andere Kinder Schmiere stehen ließen. Das so eine Aktion mächtig ins Auge gehen kann, das ist wohl jedem – außer Vierjährigen – ziemlich klar. Dass meine Frau damit einen Riesenstress hatte, kann man sich wohl vorstellen. Vor 30 Jahren hätten alle, Erzieherinnen und Eltern gesagt: „Gott sei Dank ist nichts passiert“ und hätten das Thema damit, plus einer ordentlichen Standpauke für die Delinquenten bewenden lassen. Heute aber, in unserer ach so aufgeklärten Zeit des 21. Jahrhunderts, werden erstmal Fässer aufgemacht und dicke Bretter gebohrt. Das meine Frau den zwei Kleinkriminellen erstmal einen ordentlichen Einlauf verpasst hat, ist wohl klar. Und eines kann ich sagen, meine Gattin ist der liebste Mensch der Welt, völlig frei von Boshaftigkeit, Neid oder Missgunst. Aber wenn man sich mit ihr anlegt, dann kann das schon reichlich unangenehm werden. So denket immer an das erste Gesetz unter Allgemeines von Edward Aloysius Murphy Jr.: „Don’t mess with Mrs. Murphy“. Jedenfalls ist aus der Aktion nun der dringende Wunsch entstanden, die Fluchtmöglichkeit zu entschärfen. Dazu braucht meine Frau einen Metallbauer. Bis der kommt, dauert es aber ein wenig. Als wir beim Abendessen die ganze Aufregung besprachen, kam mir eine Idee. Ich riet meiner Frau sich einen großen glatten und möglichst dicken Pappkarton zu besorgen, mit einem sogenannten Schraubendreher Löcher hineinzudrücken und den Karton dann mit Kabelbindern an der Innenseite der Tür zu fixieren, damit die kleinen Racker nicht mit Ihren Füßen in die Gitterstruktur steigen können. Meine Frau hat das sofort umgesetzt und ist erstmal zufrieden eine provisorische Lösung zu haben. Fazit: hast Du ein Problem, suche einen Ingenieur und lass ihn Lösungsvorschläge machen. Kosten niedrig, Effekt gut oder besser!

Das nächste Kita-Problem geht zu Lasten des Dauerbrenners Sicherheit. Auch in Kitas wird danach geschaut. Jahrelang war eigentlich alles ziemlich „easy“ für meine Frau. Das eine oder andere wurde ab und an gefunden und abgestellt. Ganz dolle trieb es aber neulich Jemand bei der Begehung, als er nach der Fluchtmöglichkeiten aus einem der Räumlichkeiten fragte. Den Verweis auf eine Glastür wollte er ohne Hinweisschild aber nicht gelten lassen. Meine Frau ist eine Ästhetin, die klebt kein Notausgangsschild auf eine Glasscheibe. Eher hackt sie dem Sicherheitsfuzzi die Hand ab. Als sie mir davon berichtete, bekam der Ingenieur wieder einen seiner Pragmatismusanfälle. Ich sagte ihr, sie solle den Hinweis einfach auf den Fußboden kleben, da stört er nicht und er Onkel vom Amt muss die Klappe halten. Auch hier folgte sie meinem Vorschlag. Als wir uns nun gestern Abend darüber unterhielten, dass da jetzt so ein Ding auf dem Fußboden klebt, lebte ich mich erst richtig aus. Ich meinte so zu ihr: „Wenn dann so ein Kind, dass nur krabbeln aber noch nicht laufen kann, zu dem Aufkleber kommt, dann fängt es wie unser Paulchen (Paula) in dem Alter an und knibbelt und kratzt an dem Aufkleber herum.“ Sie lachte und sagte: „Ja, die pulen das alle langsam aber sicher ab“. Ich sah dann vor meinem geistigen Auge unsere Paula, wie sie mit spitzem Zeigefinger und dem daran befindlichen Fingernagel immer an allem, was es gab, herumfummelte und versuchte es abzumachen. Ist es nicht schön, dass in dem Alter die Kinder sich alle mehr oder minder ähneln und uns zum Schmunzeln bringen?

Categories: 我的金瓶梅

admin

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