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Von einer Weihnachtsfeier und als Johnny Klinke unser Taxi kaperte

Wir hatten Firmenweihnachtsfeier. Sonst haben wir mehr Rücken, oder Enkel. Dieses Jahr im Tigerpalast in Frankfurt, dessen schillernder Gründer und Direktor Johnny Klinke nicht nur in Frankfurt sehr bekannt ist, sondern auch in der Restrepublik, da er als 68er mit Joschka Fischer und Daniel Cohn-Bendit engstens verbandelt war. Meine mir vom Multiversum anvertraute Gattin und ich sind mit einem der Taxifahrer unseres Vertrauens zum Tigerpalast gefahren. Schon auf der Hinfahrt hatten wir Spaß im Taxi. Unser Fahrer, welcher im Übrigen auch ein wenig so aussieht, als sei er damals als 68er dabei gewesen- ich hoffe er verzeiht mir das hier – fuhr uns zum weiderholten Male und meinte zu uns:

„wollen wir über den Bahnhof, oder lieber über die Friedberger fahren?“

Ich murmelte so etwas wie: „ach nee, Bahnhof ist Scheiße im Moment, die blöde Baustelle davor, da habe ich in den letzten zwei Wochen dreimal gestanden.“ Woraufhin er meinte, das stimme wohl und dass er dort noch deutlich häufiger gestanden hätte. Als wir dann auf der A66 Richtung Miquelallee diese Entscheidung hinter uns gebracht hatten brausen wir auf ein Stauende zu und ich meinte:

„wie man’s macht, man macht‘s verkehrt.“ Dann philosophierten wir ausgiebig darüber, dass an dieser Stelle um diese Uhrzeit kein Stau sein dürfte. Dann versüßten wir uns den Rest der Fahrt damit über den völlig außer Rand und Band geratenen Verkehrsdezernenten Frankfurts abzulästern. Als wir vor dem Tigerpalast vorfuhren, ich gezahlt hatte und wir ausstiegen sah ich besagten Herrn Johnny Klinke vor dem Tigerpalast, der langsam auf unser Taxi zusteuerte. Wir gingen auf das – wie man in Frankfurt eigentlich sagt – Trottoir und sahen uns um, ob von unserer Gesellschaft schon Einschläge zu verzeichnen seien. Dann sahen wir zu Herr Klinke zurück, welcher die Beifahrertür des Taxis geöffnet hatte und einstieg. Das Taxi fuhr davon und wir gingen hinein. An der Garderobe mussten wie warten, wie man erst die Gruppe vor uns abfertigen wollte, als ein kleiner Mann mit weit vorn auf der Nase sitzender Lesebrille eintrat, auf die Concierge und die Garderobe zusteuerte, um dann einfach nur „Taxi“ zu sagen. Der nachfolgende Dialog hat mir Spaß gemacht.

Concierge: „Taxi? Für wen?“

Taxifahrer: „Na für wen wohl, für den Johnny.“

Concierge: „Welchen Johnny?“

Taxifahrer: „Na, den Johnny Klinke…“

Ich: „ Der ist schon weg.“

Taxifahrer: „Wie? Der ist schon weg?“

Ich: „ Na weg halt, der hat unser Taxi genommen, mit dem wir gekommen sind.“

Taxifahrer: „Das geht doch nicht, der kann doch nicht ein Taxi bestellen und fährt dann mit einem anderen weg.“

Ich: „Mag sein, aber ich kann wohl doch nichts dafür, wenn der einfach unser Taxi kapert, noch kann ich ihn daran hindern. Erschießen Sie doch bitte nicht den Überbringer der schlechten Nachrichten.“

Jedenfalls haben meine Frau und ich noch einige Zeit über den armen Kerl und den dreisten Johnny gelacht. Außerdem spekulierten wir wild darüber, wie groß die Chancen sind, dass unser „Dirty Driver“ den Johnny kennte, bzw. ob Ja oder Nein, die beiden sich jetzt wohl über die alten Zeiten unterhalten, als in Frankfurt die Luft steinig und von dicken Wasserstrahlen geschwängert war.

Categories: 我的金瓶梅

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