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Warum ich Bill Gates nicht im Aufzug treffen möchte und was Fossi Bär damit zu tun hat

Von Frankfurt nach München mit der Lusthansa im Oktober 2019. Man bringt uns mit dem Bus zum Flieger auf einer Vorfeldposition. Das ist nicht so angenehm, weil man nicht direkt in den Flieger einsteigen kann. Umgekehrt ist das besser, man bekommt eine Busfahrt zum Terminal geschenkt. Meist sind dann alle genervt, nur einer nicht. Ich fahre gerne mit dem Bus, das ist saubequem. Man wird direkt zum Terminal in der Nähe der Gepäckbänder wieder rausgelassen aus dem Bus und muss keinen Fußmarsch von 1 ½ Kilometern vom Gate A42 zum Gepäckband machen.

Im Bus ein junger Mann so Mitte Ende dreißig der mit seiner Frau oder Freundin telefonierte und ihr in voller Lautstärke erzählt, dass er Bill Gates im Aufzug getroffen hat, irgendwo in Tokio vor seinem Flug nach Frankfurt. Voller Enthusiasmus erzählt er seiner Liebsten blumenreich alle möglichen Details dieser für ihn so wichtigen Begegnung und ich denke wieder einmal für mich, was für ein sonderbarer Typ ich bin, dass mir solche Dinge völlig Scheißegal sind. Dann dachte ich, ich will keinen Bill Gates im Aufzug treffen. Dann fragte ich mich wen ich wohl gern im Aufzug treffen würden – also welche prominente Persönlichkeit. Da viel mir dann eigentlich nur Raquel Welch ein. Und wenn ich an Raquel Welch denke, dann sehe ich immer Fossi Bär vor mir wie er in der Muppets Show zwischen Ihren Brüsten liegt, sie anschmachtet und auf ihr gehauchtes; „Du bist der größte Entertainer den ich kenne“, zurückgibt, „wiiirkliiich?“

Dem Multiversum sei Dank habe ich nur wenige Prominente Menschen gesehen. Neulich lief mir in Bremen der kleine dicke Ailton über den weg und vor Jahren fuhr am Flughafen Frankfurt, ich stand auf dem Rollband, Helmut Schmidt an mir vorbei. Präzise gesagt, wurde er gefahren. Da saß er und stützte seine Hände auf den Gehstock. Als er mich ansah, ich muss es zum meiner Schande gestehen, denn ich konnte ihn als Politiker nie leiden, grüßte ich ihn mit einem Kopfnicken. Anschließend fragte ich mich ob ich senil werde, aber vermutlich war das nur eine Respektsbezeugung vor seinem Lebenswerk. Leider, wirklich leider, finde ich nirgends die Tonaufzeichnung von Jürgen von Lippe’s Ding, das Leben des Helmut Schmidt solle verfilmt werden unter dem Titel: der stählerne Kanzler. Am Ende scheitert das Projekt aber, weil der stählerne Kanzler alle Kandidaten für seine Figur – darunter Charles Bronson und Konsorten – mit der Bemerkung ablehnt, „alle zu weich, alle zu weich!“

Categories: 我的金瓶梅

admin

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