Auch wenn der Habeck jetzt in einer überbezahlten, seiner Qualifikation unangemessenen, Position in einer Wüste hockt, muss er nochmal ran. Immerhin kämpft er auf meiner „Ewigenliste“ mit Merkel um Platz eins.
Erinnern Sie sich noch an des großen Heilands Duschempfehlung als der Ukrainekrieg ausgebrochen war und der Gaspreis gen Himmel schnellte? Man solle nur soundso lange duschen, das reiche völlig aus. Frage: Was weiß der Heiland darüber wie sich die Menschen reinigen? Ah ja, ich vergaß, der Heiland ist ja allwissend, oder war es „allbesserwissend“? Okay, das war das, was ich dem Habeck zu meinem Wohlbefinden noch überziehen musste. Mein eigentliches Thema sind aber die 50 Pfennige. Meine Eltern sind mit mir und meiner Schwester als wir noch Kinder waren, im Urlaub campen gewesen. Also nicht das Abenteuer am Ratzeburger See, da war meine Schwester noch recht klein. Sie fuhren mit uns nach Österreich, einmal an den Faker See und einmal an den Ossiacher See. Da war ich schon 15 bzw. 16 Jahre alt. Aber auch vor der Geburt meiner Schwester war ich schon auf einem Campingplatz, nämlich im schönen? Ratzeburg. Mein Großvater – also der SA-Führer – hatte dort einen Camper mit Steg direkt vor dem Vorzelt fest stehen. Da lag dann den ganzen Sommer der Klepper von meinem Onkel am Steg. Gefahren sind meine Großeltern nicht mit mir. Das hat dann mein Vater mit mir gemacht als meine Eltern mich nach meinem Exil – oder sollte ich es Martyrium nennen? – dort wieder abholten. Ist ja auch egal. Hier geht es um eines meiner Traumata. Wenn man – als Dreckfink der ich nach Ansicht meiner Großeltern war – abends zum Duschen geschickt wurde, dann bekam man ein 50 Pfennig Geldstück in die Hand gedrückt und machte sich mit seinem Waschbeutel auf zu den sanitären Anlagen. Dort suchte man dann eine halbdunkle Dusche auf, an der es eine Gastherme gab. Dort fand man ein Gerät in der Größe eines Gaszählers, in welches man die 50 Pfennig einwarf, woraufhin man warmes Wasser bekam. Nur wusste man logischerweise nicht, wie lange die 50 Pfennig reichen würden. Also machte man „Hinne“, auf das man nach dem Einseifen die Seife auch noch wieder abgeduscht bekam. Das war für mich immer so ein kleiner Horror. Noch heute kann ich zwar sehr schnell sein, wenn es sein muss, lasse mir aber lieber meine Zeit. Immerhin habe ich es auch mit über 60 Jahren noch geschafft, im Hotel innerhalb von 12 Minuten auf das Zimmer zu fahren, raus aus den Klamotten, zu duschen, Zähne zu putzen, wieder rein in frische Klamotten und runter in die Hotellobby. Übung macht den Meister. Jedenfalls war das mit den 50 Pfennig so eine Sache, die ich nie vergessen konnte. Außerdem haben die Campingplätze wohl auch irgendwann mit dem Blödsinn extra Geld für Warmwasser zu nehmen aufgehört – jedenfalls so weit ich das überblicken kann.
Am vorletzten Sonntag aber waren wir mit unserem Sohn und den Kindern in Butzbach im Freibad. Wir hatten einen schönen und entspannten Nachmittag dort. Als es dann zum Duschen ging, passierte es. Nach so vielen Jahrzehnten die vergangen sind, war in der Dusche an der Wand ein Edelstahlkasten, welcher Geld für Warmwasser wollte. 50 Cent für 4 Minuten. Mein Sohn rannte dann mit meinem 2-Euro-Stück – als alter Mann hat man immer 1 und 2-Euro-Stücke in jeder Tasche und jedem Koffer – erstmal zum Wechseln los und dann den Mädels auf der anderen Seite des Bads hinterher, um sie mit 50-Cent-Stücken zu versorgen. Dann schmiss er unsere zweimal 50 Cent in den Kasten und schaltete zwei Duschen frei. Da war also mein Trauma wieder. Mein erster Gedanke war natürlich, „Habeck war hier“. Aber der ist ja aus Schleswig-Holzbein und kein Architekt. Geärgert habe ich mich schon über diesen „return of the shit“. Die hatten sich sicher etwas dabei gedacht, nur was? Im Sinne von Rory Sutherland würde ich sagen, „make it more premium and increase the entrance fee“.
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