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Was Atomenergie mit der roten Ampelwelle in Hamburg gemein hat

Ich war in Hamburg, vor zwei Wochen. Ich fuhr Taxi mit einem netten jungen Mann als Fahrer. Nach der dritten roten Ampel auf einer vierspurigen, durch einen Grünstreifen geteilten Straße, meinte ich recht trocken: „oh, können die Hamburger auch keine grüne Welle?“ Der junge Mann schüttelte den Kopf und erwiderte: „ nee, das ist mittlerweile Absicht, die wollen das so. Das Ziel ist, dass keiner mehr Auto fährt. Die sollen alle mit der Bahn fahren, besser noch  auf’s Fahrrad umsteigen. Die machen Straße weg und machen dafür Radwege. Nur das unter 5° C hier keiner mehr Rad fährt.“ Im weiteren Verlauf kamen wir auf die Ursache dieses weit verbreiteten Phänomens, die Grünen. Es stellte sich heraus, dass der junge Mann über erhebliche ökonomische Kenntnisse verfügte und wir lästerten über debile Politiker, welche völlig lern- und beratungsresistent Politik betreiben, von denen auf Basis ökonomischer Kenntnisse im vornherein klar ist, dass dabei nichts andres als Makulatur herauskommen kann. Gegen Ende der Fahrt langten wir dann beim grünen Urthema an, der Kernenergie. Dabei musste ich zu meiner Überraschung feststellen, dass wir der gleichen Meinung sind. Das ist mir in den letzten Jahren einfach gar nicht mehr passiert. Bei mir hatte sich längst manifestiert, dass ich der letzte Jünger der Kernenergie sei, zumindest in „Deutscheland“! Kernenergie ist eine feine Sache, sauber, umweltfreundlich und zuverlässig. Die immer als Totschlagargument verwendete Müllproblematik kann man in den Griff bekommen, darüber waren wir uns auch einig. Sein bester Spruch war, „erst steigen wir völlig panisch aus der Kernenergie aus, was schlussendlich den Einstieg in die Kohlenergie bedeutet und jetzt steigen wir, ohne Alternativen zu haben, aus der Kohle aus?“ Tja, wie recht er doch hat. Dann kamen wir zum Thema Sicherheit und damit meine Stunde.

Ich versuche hier jetzt mal simplifiziert ein paar unliebsame Dinge über die Sicherheit von Kernkraftwerken zusammenzufassen und ein paar Mären der grünen Existenzialisten über Tschernobyl und Fukushima wegzuätzen. Für alles was jetzt kommt übernehme ich die volle Verantwortung. Sollten naturwissenschaftlich beleckte Menschen hier Einwände erheben, gelobe ich im Vorfeld, diese Kommentare zuzulassen – ich bin da eher dankbar. Zunächst einmal zu Fukushima. Der Reaktor welcher so katastrophal in die Kernschmelze, inklusive durch die Wasserstoffexplosion maximierten Fallout von radioaktiven Partikeln, rauschte, ist eine Kopie des „Three Mile Island“ Reaktors, welcher in den USA, in Pennsylvania, am Susquehanna River steht. Dieser Reaktor ist bekannter unter dem Namen Harrisburg – denn in der Nähe dieser Stadt steht er – und wurde durch seine partielle Kernschmelze 1979 bekannt. Dort wo der Reaktor steht gibt es keine Erdbeben und keine Tsunamis. Die Japaner haben einfach miserabel – also ohne Benutzung des eigenen Hirns – diesen Reaktor eins zu eins kopiert. Der Ablauf nachdem der Tsunami in das Reaktorgebäude eingeschlagen ist, ist – grob dargestellt – ein veritabler Stromausfall (der Tsunami hatte die Masten weggehauen), woraufhin der Reaktor in die Notabschaltung ging. Dies bedeutet die Kernreaktion wird sofort gestoppt. Die Brennstäbe bleiben aber extrem heiß. Dies wiederum bedeutet, das Wasser im Reaktor muss weiter umgewälzt werden. Die Pumpen die dazu erforderlich sind, laufen nunmehr da das Kraftwerk selbst keinen Strom mehr produziert, alle auf der Basis von Notstrombatterien. Dann starten automatisch die Notstromdiesel, um die Last von den Batterien zu übernehmen. Die Strategie dabei ist, je eher die Diesel da sind, umso besser. Nun folgt der fatale Sachverhalt. Die Diesel brauchen Luft, wir sind schließlich nicht auf einem U-Boot. Diese Luft saugen sie – wie unser Auto auch – über Luftfilter aus der Umgebungsluft. Die Umgebungsluft war aber durch Meerwasser verdrängt. Die Diesel saugten dieses Meerwasser in ihre Verbrennungskammern. Einen Verbrennungsmotor, welcher Wasser – hier noch dazu Meerwasser – angesaugt hat, kann man nur noch wegwerfen. Blieben nur noch die Batterien. Die versorgten die Pumpen bis zum letzten Atemzug. Danach war die Kühlung der Brennstäbe weg. Nun erhitzt sich das Wasser in der unmittelbaren Umgebung der Stäbe und verdampft. Die Brennstäbe werden immer heißer, weil sie durch den Dampf keine Wärme mehr abgeben können und marschieren trotzig in Richtung Kernschmelze. Der Dampf wird immer mehr im Wasser, er beginnt sich durch die große Hitze zu zersetzten, in Wasserstoff und Sauerstoff. Die Gase entweichen nach oben und füllen das Gebäude. Der Wasserstoff wird immer heißer, bis er zündet. Die Wasserstoffexplosion sprengt das Dach ab, zerstört den Reaktorbehälter und für die Brennstäbe gibt es kein Halten mehr, alles schmilzt zu einem veritablen Klumpen zusammen, der sich heiß ins Erdreich frisst. Durch die Explosion werden radioaktive Partikel herausgeschleudert und kontaminieren alles, dort wo es sie hin weht. So ist in groben Zügen, für Laien erklärt, der Ablauf. Die größte Krux an dem Unfall ist, dass man das Ganze mit Material aus dem Baumarkt um die Ecke für ein paar tausend Euro hätte verhindern können. Die Japaner wissen was Tsunamis sind, sie beschreiben das schon seit vielen Jahrhunderten in ihren Seefahrergeschichten. Lange Zeit glaubte der weiße Mann die Geschichten nicht, bis auch europäische Seefahrer von solchen Monsterwellen berichteten. Die Lösung zur Vermeidung dieses Geburtsfehlers war schlicht, die Ansaugstutzenrohre für die Diesel bis hoch zum Dach des Reaktorgebäudes zu ziehen, dann wäre es nicht zu diesem Ausmaß des Unfalls gekommen. Schlimm, aber leider wahr. Das meine Freunde, die Grünen, daraus den ultimativsten Geisterbahnwagen ihrer gesamten Geschichte formten, unsere unsägliche Ostfrau im zweithöchsten Amt unserer Republik, in die zweitgrößte Panik Ihrer für normal denkende Menschen nicht nachvollziehbaren Karriere trieb, ist Legende.

Zu Tschernobyl kann man ergänzend hinzufügen, dass der Ablauf im physikalischen Grundsatz ziemlich ähnlich war, nur wurde er ausgelöst von Menschen, die in ihrer gnadenlosen Überheblichkeit meinten, sie hätten den Unfug, den sie ja nicht zum ersten Mal trieben, im Griff. Hier kann man nur das Buch „ Die Logik des Misslingens“ von Dietrich Dörner empfehlen. Ab und an schadet es auch Ingenieuren und Naturwissenschaftlern nicht, sich mit Psychologie zu befassen.

Warum schreibe ich das alles? Weil man heute solche Reaktortypen, welche in den hier geschildeten Szenarien in eine Kernschmelze laufen, nicht mehr bauen muss. Heute kann man, wenn man sich der grünen Doktrin der Unsicherheit entledigt, Reaktoren bauen, welche man als inhärent stabil (inharently stable) bezeichnet. Das bedeutet, sie werden nicht mit Wasser gekühlt und nicht mit Wasser moderiert. Standardreaktoren nutzen das Wasser um die Neutronen zu verlangsamen um Kernspaltung zu ermöglichen, denn schnelle Neutronen machen einfach keine Kernspaltung. Gleichzeitig kühlt man den Reaktor mit dem Wasser. Nimm man statt Wasser zur Kühlung Blei oder Natrium, kann im Fehlerfalls der Brennstab immer noch Wärmenergie an das flüssige Blei oder Natrium abgeben. Ein solcher Reaktor kann dann später weiterbetrieben werden.

Okay? Bleibt der Müll. Was machen wir damit. Momentan nichts, weil wir es nicht können. Warum können wir es nicht? Weil die Grünen und die Linken in unserer Republik jegliche kerntechnische Forschung seit 35 blockieren und verhindern. Es gibt in der Physik und Chemie den Begriff der Transmutation. Für Laien dargestellt ist das die Umwandlung eines radioaktiven Isotops (Atoms) in ein anderes. Wir alle haben gelernt, dass man in der Chemie Atome zu Molekülen formt und daraus Stoffe darstellen kann. Bei den Isotopen ist das anders. Dort wandeln wir beispielsweise Kobalt in Eisen um! Wie geht das? Ganz einfach wir klauen dem Kobalt ein Neutron und ein Proton durch einen radioaktiven Prozess und schwupp haben wir Eisen. Das Ganze ist komplizierter als hier dargestellt, aber es funktioniert. Nehmen wir einmal an, das Kobalt hätte eine Halbwertszeit von 60 Jahren und das Eisen, welches wir erhalten, nur ein paar Stunden, dann hätten wir den Müll heute über Nacht los. Einfach, aber es erfordert eine Menge Forschung. Denken wir mal einen Moment „ungrün“. Statt Kohlepfennig, Strom und Ökosteuer, klatschen wir die Kohle in Forschung. Dann hätten wir aller Voraussicht nach, wenn der erste Müll aus den neuen Reaktoren kommt, alles schon parat.

Aber was soll‘s, sagte ich meinem sympathischen Taxifahrer, das werde ich nicht mehr erleben, dass wir zurück in die Zukunft marschieren. Die Kernenergie liegt zu unseren Füßen, wir müssen sie nur aufheben. Sie würde uns für die nächsten 50 bis 100 Jahre den Allerwertesten retten, bis wir vernünftige Alternativtechniken haben. Ich würde mal schätzen, dass wir in 30 bis 40 Jahren Photovoltaikzellen mit Wirkungsgraden haben können, gegen die die heutigen Wirkungsgrade sich nachgerade als Witz darstellen. Aber Wind, den lasst zur Kühlung für die Kühe wehen und spart den Beton und den Stahl für Vernünftiges. Und hört auf über die Speicher zu philosophieren, denn egal ob ich Batterieenergiedichten um den Faktor 10 oder 100 steigern kann. In einer Flüssigkeit kann man mehr als 100.000-fache speichern. Und dann ist da noch dieses Gas, Wasserstoff. Warum fahren wir nicht damit? Weil die heutigen Katalysatoren für die Zersetzungsreaktion silber-, gold-, palladium- und platinbasiert sind. Aber auch da ist Hoffnung in Sicht. In den nächsten Jahrzehnten werden wir da andere – vielleicht eisenbasierte – Materialien finden, welche die Zukunft sichern können. Nur bis dahin, ihr grünen Vollpfosten, bis dahin, sollten wir für unser Überleben auf hohem Entwicklungsniveau dringendst auf die Kernenergie setzen.

Categories: 我的金瓶梅

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