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Wie Blister mir eine unerhörte Erkenntnis bescherten

Es geht um Blasen. Nicht die, welche man benutzt, um kleiner Leute Geld an der Börse zu erzocken, sondern um die Blister (englisch für Blase) genannten Verpackungen. Obwohl ich ja als Antigrüner orange bin, regen mich die Dinger schon seit vielen Jahren auf. Ich verstehe einfach nicht, warum man Waren in Kunststoffverpackungen, welche teilweise nur unter für Leib und Leben gefährlichem Einsatz von Messern zu öffnen sind, packt anstatt sie in Pappe zu verpacken und darauf abzubilden was drin ist. Noch schlimmer ist die Sache bei Pillen. Da treibt sich der Wahnsinn wirklich mit Methode um. Da ich kein so ganz gesunder alter Mann bin, fresse ich Pillen. Alles Prophylaxe, aber die Dinger müssen täglich in mich rein. Da ist zum Beispiel der Blutdrucksenker. Den nehme ich auf Anraten meines Kardiologen, weil mein Blutdruck unter Belastung – Sport – ordentlich ansteigen kann. Der Wirkstoff heißt Irbesartan. Das Zeug wird von diversen Herstellern hergestellt, was mich aber im Prinzip nicht kümmert. Schickt man mir das billigste Produkt, ist das Okay. Schickt man mir das von meiner Techniker Krankenkasse bevorzugte Präparat, schert mich das ebenfalls keinen Deut. Nun kommen die Dinger immer in einem Blister. Der war lange Zeit immer gleich groß. Die Pille selbst war auch immer gleich groß. Dann eines schönen Tages war der Blister auf einmal riesengroß, die darin befindliche Pille aber immer noch so groß wie vorher. Darüber habe ich mich aufgeregt, was soll so ein Schwachsinn? Aber damit war die Odyssee noch lange nicht beendet. Bei der letzten Lieferung war der Blister nur etwas größer als der am Anfang, dafür aber die Pille deutlich kleiner. Da fragt sich mein krankes Hirn natürlich, ob die „Pharmafuzzis“ noch alle Sinne beisammen haben. Noch doller ist mein Kombipräparat Ezetimib/Simvastatin, von mir immer liebevoll als Rohrputzer bezeichnet. Der ist Prophylaxe gegen Arterienverkalkung und ich vertrage den entgegen aller Unkenrufe der Ökos und selbsternannten Laienärtze hervorragend. Ab und an kam das Präparat in kleinen Kunststoffdosen, 100 Pillen drin. Dann wieder Blister. Die Dose ist besser als der Blister, weil man sie besser im Pillenschrank unterbringen kann. Dort fliegen die Blister immer durch die Gegend, weil ich den Karton immer gleich ins Altpapier lege. Außerdem kann man die Dose wiederverwenden, weil sie wasserdicht ist. Kurz und klein, was viel schlimmer ist als mein persönliches Empfinden, ist die Tatsache das viele alte Menschen ihre Tabletten nicht regelmäßig nehmen, weil sie die Dinger schlecht oder nur unter schmerzendem Daumen aus dem Blister herausbekommen. Nun stand ich vergangene Woche in der Küche und drückte die Pillen aus dem Blister um sie in meine Pillendose zu legen. Vier Blister von vier Medikamenten. Das sind so rund über 100 Stück die ich herausdrücken muss. Am Ende der Tortur tat mir mein Daumen weh und ich dachte an alte Mütterchen jenseits der achtzig. Innerlich regte ich mich wieder über den Schwachsinn der Pharmabranche auf und fragte mich wieder einmal, warum machen die das? Was soll das? Wo ist der Vorteil? Wer verdient dabei mehr? Was ist die tiefer liegende Motivation? Aber dann schlug mein berufskrankes Hirn zu und die Erkenntnis überkam mich. Die Antwort ist so einfach wie ätzend: die machen das, weil die Pharmabuden die Maschinen für die Blister herumstehen haben und die Maschinen von kleinen miesen BWL- beseelten Controllern in ihren Boxen – von ihnen als Büro bezeichnet – schön gerechnet wurden. Die Maschinen kann man ja nicht einfach verschrotten oder stilllegen. Wo käme man da hin? Wenn die armen Controller in ihren Boxen den Unfug zugeben müssten, bekämen sie beim zu Tode rechnen von Sinnvollem schließlich keinen Orgasmus mehr!

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Categories: 我的金瓶梅

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