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Deutsche Bahn I oder pinkeln in Goslar

Kennen Sie Goslar? Schönes Städtchen dass, sehr süße Innenstadt. Als ich da war schien die Sonne, man konnte überall draußen sitzen und essen und trinken. Bombenwetter, eine superfreundliche Bedienung, meine Geschäftsfreunde und ich haben uns in die Sonne gesetzt und den Tag besprochen. Das ganze taten wir um die Zeit totzuschlagen, da noch drei weitere Leute aus Düsseldorf mit dem Zug anreisten und die wollten wir noch vom Bahnhof abholen. Da wir unsere Autos nur für zwei Stunden geparkt hatten, mußten wir irgendwann zu unseren Autos zurücklaufen und diese umstellen. Praktischerweise parkten wir direkt vor dem Bahnhof, damit die Leute nicht weit mit Gepäck gehen mußten. Auch „parkmäßig“ ist Goslar sehr freundlich. Wenn man bereit ist 5 bis 7 Minuten zu Fuß zu gehen, dann kann man für zwei Stunden mit der Parkscheibe parken. Sogar vor dem Bahnhof „funzt“ (neudeutsch für funktioniert) die Parkscheibe für eine Stunde. Da es so heiß war, tranken wir Mineralwasser während wir warteten. Irgendwann meinte ich dann mal, daß das Wasser langsam Richtung Blase unterwegs sei und einer meiner Kollegen meinte:

„im Bahnhof kannst Du ja noch pinkeln bevor wir losfahren“.

Natürlich kann man das. Nun war das pinkeln auf deutschen Bahnhöfen schon immer ein Geschäft für sich, man wußte ja nicht, ob geschlechtlich anders eingestellte Herren einem Avancen machen würden, oder ob man mit Geschlechtskrankheiten vom Klo zurückkäme. Aber man glaubt es kaum, die Bahn ist auch hier einer absoluten Steigerung der Garant. Ich ging nämlich fröhlich in den Bahnhof und suchte nach der Toilette. Allein ich fand keine. Eine Stimme tief in meinem inneren sagte:

„guck richtig hin, in Deutschland gibt es keinen Bahnhof ohne Toilette“!

Zunächst beruhigte mich diese Feststellung und ich lief den Bahnhof nochmals ab. Als auch bei der zweiten Runde kein Klo in Sicht kam, wurde ich langsam ärgerlich, denn ich dachte:

„es kann doch wohl nicht wahr sein, daß man auf einem deutschen Bahnhof nicht pinkeln kann“!

Aber es war kein Klo da. Also ging ich in das Büro der Bahn, wo diese an einem von zehn Schaltern manchmal Karten zu verkaufen beliebt, und das auf Weisung meines persönlichen Haßfreundes „Mehdorn“ für ein paar (unserer?) Milliönchen umgebaut worden war, nur um festzustellen, daß auch dort keine Toilette ist. Nachdem ich den Ort von „Mehdorn’s-Geldverprasserei-für-Unsinn“ wieder verlassen hatte ging ich fröhlich grinsend und in Gedanken dieses schon schreibend in die gegenüberliegende Bahnhofsgaststätte. Diese Art Gaststätten hatten ja früher auch so Ihren Ruf als „Wasserhäuschen“ für nicht ins Bett gekommene Alkoholiker, aber hier war ich überrascht, daß es sich hier um einen sehr lichten, sauberen und adretten Ort handelte, in dem man bedenkenlos Speisen und Getränke zu sich nehmen kann. Dort gab es natürlich eine Toilette, denn der Betreiber schien ein privater zu sein. Logischerweise wollte der aber 50 Cent für den Toilettenbesuch. Die freundliche Bedienung, die mich nun Aufgriff meinte fröhlich: „eine Sekunde ich öffne Ihnen die Tür.“ Ich erwiderte, „ ich habe aber kein Kleingeld einstecken und im Portemonnaie habe ich nur zwei 50 Euroscheine“. Sie grinste und flötete, „ macht nichts, ich öffne Ihnen trotzdem“. So kam ich doch zu einer Pinkelgelegenheit. Trotz der Bemühungen von Herr Mehdorn, sozusagen. Als ich die Toilette verlassen hatte, bedankte ich mich noch mal ausdrücklich bei der freundlichen Bedienung und verließ das Lokal in Richtung Bahnsteige. Auf dem Weg dahin ärgerte ich mich über mich selbst, denn ich hatte einen fürchterlichen und unverzeihlichen Fehler gemacht. Ich hätte nämlich an den Bahnsteig herantreten sollen, meinen guten alten Luigi herausnehmen sollen, und dann in weitem Bogen – seit meiner Gesundung kann ich das wieder – auf die Gleise pinkeln sollen. Da bin ich ehrlich mal gespannt, was wohl passiert wäre. Notdurft, da kann der Richter nur den Staatsanwalt und die Bahn auslachen, falls wirklich jemand juristisch etwas unternehmen sollte.

Categories: 我的金瓶梅

admin

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