Menu Home

Deutsche Post

Ja, jetzt warten alle das ich über die Post herziehe. Weit, weit gefehlt. Sonst schimpfe ich immer über die Post, heute aber mal nicht. Ich habe immer behauptet, dass die Post eingeht, untergeht, wenn sie Konkurrenz bekommt. Nun hat die Post ja bekanntlich, außer im Briefdienst, außerordentlich viel Konkurrenz im Paketdienst. Was sich da alles so tummelt ist unglaublich. Ich habe bei „ebay“, ja ich bin ein Ungläubiger – habe aber bis heute Glück gehabt liebe Investigativreporter, etwas ersteigert. Ich ersteigerte zwei Telefone bei einem ganz netten „ebayer“, so nennen wir uns, uns mutet da wohl etwas wie „Freimaurer“ an – wieso weiß ich nicht, und dieser nette Mensch versandte die Telefone per „Hermes-Versand“.

Alles was sie je über die Deutsche Post (oder Bundespost für die älteren) gehört haben, was die sich in Einzelfällen erlaubt haben, können Sie beim „Hermes-Versand“ bei einer einzigen Sendung erleben – wir hatten allerdings zwei, und was meine arme Frau da durch machen musste, sprengt das menschliche Vorstellungsvermögen.

Fall 1: Computermonitor- war wohl zu schwer!

Mein Sohn hat seit September 2001 einen 19´´ (´´ heißt Zoll- das ist so ungefähr ein englischer Daumen- oder 0,95 Daumen vom George – Bush natürlich) „Siemens-Fujitsu“ Computermonitor. Im Februar 2002 gab der den Geist auf; eine Farbe fehlte. Ich natürlich gleich geguckt, von wegen Garantie. Die lief noch genau sechs Tage, worauf meine Frau- der Außenminister – bei Siemens anrief. Kein Problem meinten die, wir schicken einen neuen (alten, also schon mal reparierten) als Austauschgerät. Sie schickten ihn – die nette und freundliche Firma Siemens, im Juli 2002 haben sie ihn noch einmal ersetzt – schickte den Monitor mit „Hermes-Versand“. Oh mein Gott, der Fahrer kam und keiner war da. Das muss uns klar sein in Deutschland, bist Du nicht zu Hause, dann hast Du eben Pech gehabt. Wenn ich je wiedergeboren werden sollte, dann nur als Fahrer für „Hermes-Versand“. Also rückte der wieder ab und hinterließ einen Zettel ungefähr folgenden Tenors: „ich gebe Euch asozialem Pack noch eine Chance und dann könnt Ihr sehen wo Ihr bleibt“! Meine Frau rief also bei Hermes an, und sagte von wann bis wann sie zu Hause sein kann. Der Fahrer meinte, „dies ließe sich mit seinem königlichen Geblüt so gerade noch vereinbaren und er würde sich für uns Armleuchter zu solch einer persönlichen Mühe herablassen; vorbeizugucken.“ Meine Frau war da, der Fahrer kam nicht. Meine Frau ist unheimlich zäh und gibt nicht so leicht auf. Es gelang ihr, ich weiß nicht wie, aber sie schaffte es, die Handynummer von dem Fahrer mit blauem Fahrerblut in Erfahrung zu bringen. Sie rief ihn an, und er wand sich wie ein Aal aus der ganzen Sache raus. Meine Frau hörte noch schön wie schwer der Mann arbeitete, denn im Hintergrund lachten und schrien Kinder – was den Kindern auch vergönnt ist – und ferner lief im Hintergrund, na was wohl? Fußball, richtig. Der arme Mann konnte nicht vorbeikommen, was ich auch verstehen kann, denn wenn ich Fußball gucke, dann trinke ich auch gerne ein Bier dazu. Nur ich fahre ja auch während eines laufenden Viertelfinales von Frankfurt (am Main) nach Gera. Meine Frau muss dem armen Mann dann wohl sehr viel Angst vor dem Verlust seines Arbeitsplatzes gemacht haben, sie bleibt immer unglaublich freundlich (ich wäre längst ausgerastet) und macht die Leute trotzdem fix und fertig, so das der „Heini“ tatsächlich  am nächsten Tag noch mal vorbeischaute, den Monitor brachte und den alten wieder mitnahm. Den zweiten Austauschmonitor nahm eine informierte Nachbarin dann für uns an, Gott sei es gedankt.

Fall 2: Die versprochenen Telefone

Ja das war auch lustig. Wenn jemand etwas per „Hermes-Versand“ schickt, dann kann er dafür Sorge tragen, dass man eine Email-Benachrichtigung bekommt. Die erhielt ich im Fall der Telefone auch. Ich freute mich riesig und rief da an, dass ich die Telefone am liebsten abholen würde. Man sagte mir, dass das im Prinzip kein Problem wäre, ich müsste aber dazu nach Mainz fahren. Mainz wie es singt und lacht, kein Problem für mich. Als das Paket angeblich in Mainz war, also nach zwei bis drei Tagen, die Zeit des Wartens um zu sein schien, programmierte ich mein Navigationssystem und fuhr nach Mainz. In einem finsteren Industriegebiet fand ich die Adresse und den Eingang. Voller Vorfreude und Erwartung trat ich ein. Die Beleuchtung die ich vorfand müsste in etwa der in einem Hamburger Billigbordell entsprechen. Links war eine Treppe nach weiß der Himmel wo hin und rechts war ein schmaler Gang, so um die 1,2 Meter breit. Am Ende des Ganges war ein kleines Fenster an dem man dann Vorsprechen darf, wenn man an der Reihe ist. War ich aber nicht. Vor mir war eine gutaussehende, dralle Mittvierzigerin (da bin ich ja auch mittlerweile) und die brachte Klamotten zurück, die sie wohl offenbar bei Otto, „Qualle“ oder „Baueer“ gekauft hatte und nun, nach dem mal anprobieren, zurückschicken wollte. Diese Dame brauchte ungefähr 10 Minuten bis alles fertig war. Dann kam ich mit freudiger Erwartung dran. Die freundliche Dame (sie war wirklich freundlich) mühte sich ab, konnte aber keine Sendung für einen Deppen meines Namens finden. Kurz und klein, da war nichts. Am nächsten Tag, und auch am darauffolgenden, habe ich angerufen und gefragt, aber da war keine Sendung für mich. Also habe ich den Versender kontaktiert, ob das Päckchen abgeholt worden sei? Ja, war es, Dienstags, am Mittwoch der darauf folgenden Woche stellte „Hermes-Versand“ das Päckchen dann zu, als keiner zu Hause war natürlich. Nur diesmal hatte ich Glück und die netten Menschen von der Reinigung gegenüber hatten es für mich angenommen.

Oh mein Gott, was für ein Theater. Die Post braucht 48 Stunden um ein Paket zuzustellen, manchmal einen Tag länger, aber eben nur manchmal. Der Postbote kommt, wenn er kommt, aber er kommt. Wenn keiner da ist wirft der Mann, oder die Frau, einen Zettel ein- bei der Post können die Menschen nämlich schreiben und lesen – und dann kann man innerhalb von geschlagenen 7 Tagen seine Sendung beim nächsten Postamt abholen, und das ist bei uns gerade mal 400Meter weit weg. Und veranschaulichen Sie sich mal, wie nett und freundlich Postämter heute eingerichtet sind, die Beleuchtung ist erstklassig und man kann sich dort notfalls hinsetzen und warten, musste ich bei „Hermes-Versand“ auch.

Fazit ist: wenn man etwas zu verschicken hat, sollte man das Gut der guten alten Post anvertrauen, zumindest wenn man den Adressaten mag oder liebt. Wenn man den Adressaten hasst dann sollte man unbedingt mit „Hermes-Versand“ verschicken, die Chancen, dass der Empfänger in die nächste Klapsmühle eingeliefert wird, stehen nicht schlecht.

Categories: 我的金瓶梅

admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.