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Marie Huana

ist Hanf. Hanf ist eine in Mitteleuropa heimisch gewesene Pflanze. Diese Pflanze wurde in den zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhundert in Mitteleuropa nahezu ausgerottet. In Bayern sagte man zu dem wildwachsenden Hanf am Weg: Knaster. Heute steht im Lexikon bei Knaster: billiger Tabak. So kann man es auch sehen, billiger Tabak; verschwiegen wird nur, dass der so schön schwummerig (high) machte. Wenn ich jetzt ein einfach gestrickter Mensch wäre, also einer ohne Zynismus, Sarkasmus und Polemik, würde ich behaupten: alle Bayern die rauchten, waren Kiffer. Kann ich aber nicht machen, weil es könnte ja sein, dass mich ein rechtsradikaler Bayer dann verklagt und ich muss wegen irgendeiner Beleidigungsform in den Bau.

Was ist nun also mit der oben genannten Dame los? Nix ist los. Keiner gibt es zu. Ich treffe immer kaum Menschen die jemals Haschisch oder Marihuana geraucht haben. Gehört haben sie alle schon mal davon. Meistens kennen sie auch jemanden dessen Tante in Wuppertal einen Schwager hat, und dessen Bruder hätte angeblich mal … Meine Zeit als Student hat mich gelehrt, dass so ungefähr jeder zweite gelegentlich mal geraucht hat, ob Raucher oder nicht. Daraus ließe sich doch wohl schließen, wenn ich mit 10 Leuten am Mittagstisch sitze und ein Engländer allgemein danach fragt, locker mal zwei bis drei sagen müssten: „nun ja, früher…“ Aber nix da, keiner hat geraucht. Argument: „das ist doch illegal!“

Womit wir beim Thema wären. Ist es denn nun legalisiert oder nicht? Ich weiß es nicht. Auf der einen Seite gibt es wohl ein hochinstanzliches Urteil, welches mir ein persönliches Recht auf einen Haschischrausch zugesteht. Andererseits gibt es da noch irgendwas – ein Gefasel von kleinen Mengen und dann ist da noch die Tatsache, dass die Polizei – meine Freunde die Grünen, die jetzt wieder blau sind – immer noch Leute wegen Besitz von Cannabis Sedativa verhaftet. Typisch deutsch ist das: natürlich darf ich es rauchen, nur besitzen darf ich es nicht.

Ich will Ihnen ein Erlebnis schildern auch wenn man mich dafür verhaften sollte. Ich fuhr mit meiner Frau nach Amsterdam. Nicht um Cannabis zu kaufen, sondern um mit meiner Frau ein Sightseeing-Wochenende ohne unseren Ableger, ganz alleine und in Ruhe zu verbringen. Wir machten alles was man in Amsterdam üblicherweise als Tourist macht. Wir gingen zum Herrn van Gogh – empfehlenswert, gehen Sie hin, es haut einen um, Sie werden ein Fan, die Bilder sind wirklich phantastisch – wunderschön. Ferner machten wir einen schönen Bummel durchs Rotlichtviertel – auch sehr interessant für aufgeklärte Menschen. Wir bummelten an den Grachten entlang, gingen in kleine Kunst- und Antiquitätenläden und so fort. Dann machten wir uns auf und suchten unter vielen einen Coffeeshop aus, gingen hinein und nahmen Platz. Ein schon leicht angegrauter Typ mit Frau oder Freundin. Ein junger Mann kam und ich bat ihn um die Karte. Er fragte welche und ich sagte: „die Karte“. Er brachte sie uns und wir lasen gemeinsam was es gab. Roter Libanese, schwarzer Afghane und noch viele andere Sorten, die wir zum Teil gar nicht kannten. Das Ende vom Lied war, dass wir uns etwas kauften, legal, nicht illegal. Wir können es bis heute noch nicht fassen, dass es uns beschieden war im zwanzigsten Jahrhundert legal Haschisch kaufen zu können. Damit hatten wir in unserer Jugendzeit niemals gerechnet. Dieses war für uns ungefähr so unwahrscheinlich wie der Fall der Mauer. Wir bauten uns eine Tüte wie ein Ofenrohr und rauchten ganz legal unser Marihuana. Da wir die Straftat in den Niederlanden begangen haben, glaube ich fest daran, dass die Polizei mit diesem Geständnis nichts anfangen kann – und wenn dann ist mir das sowieso völlig egal.

Hört auf mit der Kriminalisierung der Drogenkonsumenten. Wacht auf und macht den illegalen Markt kaputt. Dann können unsere Omis und Opis endlich wieder friedlich, und mit minimalem Überfallrisiko, durch die B-Ebene am Frankfurter Hauptbahnhof gehen. Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch Beschaffungskriminalität entsteht ist so immens, dass es eine Zumutung für alle Bürger ist ihn zu tragen. Also Schluss damit. Steckt die Kohle lieber in Aufklärung über die Risiken des Drogenkonsums.

Alkohol wird in unserem Land immer noch frei verkauft und die unter Suchtgesichtspunkten – nun Ja – ähnlich gefährliche Droge Cannabis ist, na ja, so halb legal und damit naturgemäß auch halb illegal.

Categories: 我的金瓶梅

admin

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