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Namenstassen

Gibt es für jeden Namen? Weit gefehlt, für den meines Sohnes nicht. Bei dem gleichnamigen Besuch in Schlicktown – der mit der Jeans – fand meine Schwägerin eine Namenstasse für meinen Sohn. 15 lange Jahre wurde ich verschont. Immer wenn mein Sohn Till eine Namenstasse wollte, weil vor uns ein Ständer mit solchen auftauchte, marschierte ich zielbewusst darauf los und ärgerte mich dann ganz lautstark, dass es seinen Namen nicht gab. Das ging schon so, bevor unser Sohn lesen konnte, das ging noch besser als der dann lesen konnte. Mein Filius hatte es längst aufgegeben nach einer Namenstasse zu suchen. Gott sei Dank, denn ich hasse Namenstassen. Ich weiß nicht warum und wieso, ich hasse sie. Sie sind mir abgrundtief Zuwider, niemals käme ich auf die Idee meinen Kaffee oder Tee aus solch einem Ding mit meinem Namen drauf zu trinken. Schließlich waschen wir unser Geschirr doch ordentlich ab. Bei uns kann jeder aus jeder Tasse trinken, weil die sind sauber. Außerdem hat mich Dreck – also Kaffee oder Teeränder in einer Tasse noch nie erschreckt. Bei meinem ersten Job nach dem Studium bei der VDO hatte ich meine Tasse über zwei Jahre nicht ab- oder ausgewaschen und war echt sauer als meine Kollegen dies taten um mich zu ärgern. Sie dürfen jetzt nicht Igitt denken und sich ekeln. Der Kaffee aus einer solchen Tasse schmeckt viel besser als aus einer frischen, dem ist so. Glauben Sie nicht. Dann fragen Sie mal einen echten ostfriesischen Teetrinker warum deren Tee so gut schmeckt. Die Antwort ist weil die Teekanne niemals abgewaschen wird, sondern immer nur mit Heißwasser ausgespült wird. Es ist die Patina des Tees die den guten Geschmack einer guten Teekanne ausmacht.

Hin oder her, wir laufen also durch die Fußgängerzone von Wilhelmshaven und plötzlich höre ich hinter mir Annegret sagen:

„oh guck mal Till, hier gibt es Namenstassen und die können jeden Namen machen, möchtest du eine?“

Mein Sohn, auf einmal nicht mehr fünfzehn sondern fünf, bekam leuchtende Augen und sagte

„Jaaaaa!“

Besser gesagt er hauchte das Ja begeistert aus. Für mich brach erst mal alles zusammen. Dann stellte sich heraus das die Tassen mit Namen auf Anfrage zwei Tage brauchen und es ging mir zunächst einmal besser, denn dann wären wir nicht mehr da gewesen, und Porzellan mit der Post verschicken ist ja bekanntlich russisch Roulette. Aber dieser verfluchte Laden war nur aufgemacht worden um mich klein zu kriegen. Die hatten eine Tasse fertig da, ach eine, zehn, auf der groß und breit und fett „Till“ prangte. So kam mein Sohn denn zu seiner Namenstasse. Nachdem ich 15 Jahre lang diesen Mist erfolgreich verhindert hatte. Das einzige was mich an der Geschichte hochhält ist, dass ich zu meiner Frau sagen konnte:

„so und jetzt weißt Du warum ich ihn eigentlich gerne Tilmann und nicht Till genannt hätte, nämlich weil es dafür keine vorgefertigten Namenstassen gibt.“

Meine Frau die Arme, immer bekommt sie es am Ende ab.

Categories: 我的金瓶梅

admin

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