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Der Verpackunsidiot

bin ich. Was ist ein Verpackungsidiot? Das ist erst einmal jemand, welcher normale Bierflaschen, Milchflaschen und das was es vor 40 Jahren schon als Verpackung gab, öffnen kann. Der Umkehrschluss ist das eigentlich interessante an einem Verpackungsidioten. Der kriegt nämlich die modernen, also gemeint sind die heute üblichen Verpackungen, nicht auf. Also auf bekomme ich sie schon, nur eben nicht so wie der Verpackungsdesigner und sein Verpackungsingenieur, oder beide, sich das ursprünglich mal vorgestellt haben. Für mich sind alle neuartigen Verpackungsmethoden, also jene die in den letzten 20 Jahren erfunden wurden, unsinnig, unpraktisch, seltsam, idiotisch, kurz „schwachmatisch“!

Nehmen Sie doch z. B. Mineralwasserflaschen, die haben heute Kunststoffverschlüsse und früher waren die Deckel aus Aluminium. Die Kunststoffverschlüsse gehen genauso schwer auf wie die alten aus Aluminium, nur zu gehen sie ausschließlich unter erschwerten Bedingungen. Sollte es mir gelungen sein die Versiegelung auf Anhieb zu durchbrechen, dann garantiere ich, dass der „Schnuddel“ der unten hängen geblieben ist, mich so behindert, dass ich den Deckel nur unter akrobatischen Verrenkungen meines Handgelenkes wieder darauf bekomme.

Oder Erdnüsse. Neulich habe ich mir für abends an einer Tankstelle Erdnüsse und eine Flasche Wasser (wie oben beschrieben) gekauft. Da hat man entweder die Wahl, man kauft eine Dose und schmeißt gut die Hälfte weg, denn was soll ich am darauffolgenden Tag im Hotelzimmer mit der zweiten Hälfte anfangen. Auch schleppe ich auf Reisen keine Cellophanfolie mit mir herum. Oder man kauft eine Dreierpackung „Ültje“ (kommen übrigens aus Emden, das stank immer fürchterlich, denn die Fabrik ist nur 200 m von der Fischfabrik entfernt in der ich gelernt habe), deren Einzelpackungen genauso aussehen wie vor 30 Jahren. Im Hotel stellt man dann aber fest, dass die Verpackung in einem Stück gemacht ist. Das heißt die drei kleinen Erdnussschalen sind in einem Stück gemacht. Da sich seit dem 11.9.2001 keine Schere mehr in meinem Gepäck befindet, habe ich dann also die Schale von der ersten Seite her aufgerissen, die zweite von der anderen Seite und dann aus Verzweiflung die dritte auch gegessen, da ich sonst die dreckige Verpackung in meinen Koffer hätte stecken, oder die dritte hätte wegwerfen, müssen. Somit hatte ich wieder die A…karte gezogen.

Amicelli ist auch gut. Meine Frau kauft die Dinger manchmal und manchmal esse ich auch so ein Ding; vorausgesetzt ich bekomme es auf. Die Verpackung hat im oberen Drittel eine Sollreißstelle und da reiße ich auch. Allerdings geht die Verpackung nicht immer auf. Mein Nachteil ist der, dass ich, wenn es nicht auf Anhieb klappt, sofort ausflippe und dann nur noch rohe Gewalt anwende. Bei Amicelli führt das dann dazu, dass ein ganzer Haufen Krümel auf dem Fußboden liegt und ich den Rest der Krümel aus der Verpackungsröhre in meinen Mund schütten muss um in den Genuss der Schokolade zu kommen. Wie man das macht? Ganz einfach. Die Sollreißstelle reißt nicht quer zum Riegel sondern längs. Daraufhin zieht man ein zweites Mal, dann dreht man das eine Ende der Verpackung bis zum Anschlag herum und im dritten Schritt dreht man über den Anschlag hinweg. Daraufhin hört man ein lautes Krachen und der Riegel ist zu Staub zerfallen.

Mein Meisterstück aber habe ich auf einem Flug mit „Condor“ nach Kuba vollbracht. Meine Frau war Zeugin. Ich hatte meine geliebte Frau und meinen Sohn überzeugt, dass es doch nett wäre nach Kuba in den Urlaub zu fliegen, bevor Fidel Castro stirbt und Kuba in „MacCuba“ umbenannt wird. Also hinfliegen, Havanna gucken, Auto mieten und auf eigene Faust über die Insel – meiner linken Seele zur Genüge. Im Flugzeug gab es Salat; plus Dressing natürlich. Ich erfasste also die Lasche an dem kleinen Dressingtöpfchen und zog die Alufolie ab. Sehr zu meiner Überraschung gelang mir das ganz ausgezeichnet. Aber dann sah ich die Bescherung. Unter der Aluminiumfolie befindet sich, ich wusste das bis dato nicht, eine weitere extrem dünne Kunststofffolie und die war noch drauf auf dem Dressingtöpfchen. Ich zeigte meiner Frau das Desaster und die lachte sich über mich tot. Na wenigsten habe ich etwas für die Gesundheit meiner Frau getan. Spätestens da hätte sie sich scheiden lassen müssen, weil ihr eigentlich endgültig klar sein musste, dass sie mit einem Idioten verheiratet ist, der Sch… an den Fingern hat.

In der Küche haben wir viele Messer und die halte ich scharf. Kommt mir wieder eine Verpackung mit offensichtlich integriertem „Schwachmatismus“ unter, kommt sie sofort unter das Messer und wird geschlachtet; statt geöffnet. Das habe ich für mich so entschieden, da ich keine Lust habe kostbare Sekunden meines Lebens für die Ignoranz und Dummheit von Verpackungsingenieuren und -designern zu opfern.

Nachtrag: da es mittlerweile mehr Kochsendungen denn Nachrichtensendungen im allemannischen Fernsehen gibt, bin ihch nunmehr nicht alleine mit meier Messerbrutalomethode, sondern reihe mich in Berühmtheiten wie Tim Mälzer und Steffen Hensler ein.

Categories: 我的金瓶梅

admin

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