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Was ein Stufenheck und Gewitter mit Saul Goodman verbindet

Da Mohamed E. meinen Daimler zerlegt hat, ist der nun in der Werkstatt. Als Leihwagen hat man mir eine A-Klasse, Achtung, mit Stufenheck gegeben. Der Geselle ist ein sehr tapferes Fahrzeug. Nicht zu laut, fährt zügig aber nicht rasant, ist nicht unbequem und man darf ihn sparsam nennen. 6,4 l bei meinen Fahrten ist für einen 2 Liter-Benzinmotor gut. Bleibt nur die Frage, wer zur Hölle ist bei Daimler auf die Idee gekommen einer A-Klasse ein Stufenheck zu verpassen? Das es dafür tatsächlich eine Klientel gibt, steht echt zu befürchten. Wer das wohl so sein kann auch. Ich bin zwar 60 Jahre alt und zweifacher Opa, aber deshalb muss man so etwas doch nicht machen Leute. Jedenfalls befürchte ich das Luigi Collani ob dieses Fauxpas Salti in seiner Begräbnisstätte macht.

Was Saul Goodman betrifft, so war ich gestern Abend zum Training, schwimmen. Das ist nach dem Corona Lockdown, wofür die Politiker dereinst in der Hölle schmoren werden, so eine Sache. Wir trainieren in Wiesbaden im Freibad des Kleinfeldchen im 50 Meter Becken. Das Ding ist echt unbeheizt. Beim ersten Mal, vor ein paar Wochen, dachte ich wirklich, das kann nicht wahr sein. Die Dinger hatten wir doch alle schon abgerissen als Helmut Schmidt Kanzler war. Die müssen das vergessen haben. Die Dinger, Betonwanne zu Ulbrichts Zeiten gegossen, mit Umwälzpumpe versehen, werden niemals richtig warm, es sein denn man hat für eine Woche Temperaturen von deutlich über 30 Grad Celsius, wie gerade im Moment, dann kommt der Krampf – der im Übrigen in diesem Fall durch Muskelkontraktion auf Grund der Kälte herrührt und nicht durch Magnesiummangel verursacht wird – erst deutlich jenseits der zurückzulegenden 2500 Meter. Jedenfalls musste ich gestern nach 2300 Metern das Becken verlassen, weil ein Gewitter im Aufzug war. Daher hier eine kleine und kurze Gewitterkunde für „Extremgewitterschisser“. Schall bewegt sich durch Luft bei normaler Höhe mit ca. 330 Metern pro Sekunde. Also braucht der Donner vom Moment des Einschlags bis zu unserem Ohr diese 330 Meter pro Sekunde. Licht hingegen ist in Luft ca. 300.000 Kilometer pro Sekunde schnell. Das ist wirklich so liebe Grüne – nennt man naturwissenschaftliche Erkenntnisse, mit Betonung auf Natur. Nun ist es so, dass man nach dem Auftreten eines Blitzes nur die Sekunden zählen muss, das Ergebnis durch drei dividiert, dann weiß man wie weit das Gewitter in Kilometern gemessen noch entfernt ist. Wenn man das also regelmäßig für die Blitze macht, dann kann man erfassen, ob das Gewitter auf einen zukommt, sich wohl an einem vorbeibewegt oder ggf. sich auch von einem entfernt. Und oh Wunder, dann muss man bei Gewitter nicht in Panik wie eine kopflose Henne umherrasen, sondern kann ganz in Ruhe und überlegt, die Optionen und ggf. die zu ergreifenden Maßnahmen planen. Gestern hatten die Jungs wohl offensichtlich recht, denn etwa 15 Minuten später war der Gewitterregen dann auch da. Ich hatte ob meines mir angeeigneten und von mir akribisch gepflegten Pragmatismus auch wegen Gewitter mal ein Ehegewitter. Als ich mit meiner mir vom Multiversum anvertrauten Gattin in den österreichischen Dolomiten Golf spielen war – der Depp war Golf spielen Herr Kachelmann – kam da ein Gewitter und alle flohen in die Unterstände und Schutzhütten. Nur meine Frau musste mit mir weiterspielen, weil ich permanent meine Augen, meine Ohren und die kümmerlichen (geschätzt) 1,5 kg Hirnmasse im Einsatz hatte und ihr vorrechnete, dass das Gewitter oben rechts entlang der Bergekette zog und nicht zu uns kommen würde. Wir spielten also – im Regen natürlich – weiter, von den geistig weniger Begabten auf dem Platz – welche uns unsere Idiotie mit kopfschüttelnden Blicken mitteilten – nur blöd angeguckt. Meine Gattin fauchte immer nur:

„immer machst Du Stress, alle anderen haben aufgehört zu spielen, nur ich muss mit Dir hier…“ Einerseits kann ich sie Ja verstehen, andererseits ist es wie es eben ist und warum soll ich gegen meine Vernunft handeln? Das der Mensch im Allgemeinen ein dämlicher Lemming ist, weiß ich schon länger, es grüßen der Mainstream, die Grünen, Apple und Big Brother. Wer die Sache mit der Bewertung von Gewittern und ihren Verläufen nicht glaubt, der sollte einen Golfplatz aufsuchen und sich etwa 50 Meter (mehr ist besser, aber 50 Meter tun es locker) von einem Abschlag postieren und einem Spieler oder einer Spielerin bei Abschlag mit dem Driver zuschauen, dann sieht man wie der Spieler durchschwingt, man sieht den Ball fliegen und dann erst verzögert hört man den Klang des Schlages. Das fasziniert mich immer und immer wieder. Wie herrlich ist doch die Natur, noch herrlicher wäre sie ohne grüne Phantasten!

Aber zurück zu Saul Goodman. In einer Episode dieser völlig bekloppten aber herrlichen Spin-Off-Serie von Breaking Bad fährt der gute Saul einen Mercedes. Erst ist superstolz das er einen Benz fahren darf und endlich seinen Cocoboloschreibtisch hat. Nur von Tag zu Tag ärgert er sich immer mehr über den Benz. Das ist einfach ein europäisches Auto und Amerikaner erwarten Anderes von Autos. Sein größtes Leid ist, dass sein XL-Kaffeeisolierbecher nicht in den Getränkehalter passt. Dabei sollte er sich doch eigentlich freuen, dass Mercedes mittlerweile überhaupt einen Getränkehalter einbaut, denn in meinem ersten CLS im Jahr 2009 war keiner drin, worauf ich irgendwann zu der oben erwähnten mir Anvertrauten Gattin sagte:

„wieso habe ich in so einem Auto eigentlich keinen Getränkehalter?“ woraufhin sie mich grinsend anschaute und flötend ätzte, „weil CLS-Fahrer wohl offensichtlich keinen Kaffee während er Fahrt trinken?“

Soweit so gut, irgendeines Morgens, Saul fährt zur Arbeit und hat eine miese Saulaune (oder sollte man „Saullaune“ schreiben?), schlägt er erst auf die Mittelkonsole ein, weil sein Kaffeebecher wieder nicht reinpasst und dann reißt er einfach etwas aus der Mittelkonsole raus, wirft das Teil auf den Rücksitz und steckt den Becher in das Loch. Und was hat das nun mit gestern Abend zu tun? Nun ja, ich trinke immer nach dem Training auf der Fahrt nach Hause eine Flasche zuckerfreie Limonade gegen den Durst. Die bekomme ich meist nicht in den angenehmeren 0,75 Literflaschen, sondern meist nur in 1 Literflaschen. In meinem CLS ist es kein Problem die Flasche in den Getränkehalter zu stellen – sie passt da rein. In der A-Klasse aber schon, denn ich musste entsetzt feststellen, dass das Ding da nicht reinpasst. Ehrlich? Wenn man mal ganz ehrlich zu sich selbst ist, dann müsste Daimler den Idioten der das Ding konstruiert hat, sofort wegen Ignoranz und Unfähigkeit rausschmeißen. Solche Ingenieure braucht kein Land. Aber wir sind ja nicht ehrlich zu uns selbst, weder in der Arbeitswelt, noch bei Gewitter und schon gar nicht, bei unnützen Stufenhecks.

Saul-Goodman-und-die-A-Klasse

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Categories: 我的金瓶梅

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