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Was Mutter Courages FFP2-Maskenschwindel, das böse Z-Wort und Apfelkuchen verbindet

Das ich ein großer Fan von idiotisch anmutenden Dialogen beim Bäcker bin, habe ich Ja schon des Öfteren dargelegt. Allerdings kommt nun noch ein Cafébesuch in Rothenburg ob der Tauber dazu. Bevor wir aber ins Café gehen und der Apfelkuchenbestellung lauschen, erstmal zu Mutter Courage und den FFP2-Maksen.

Meine mir von unserem Multiversum anvertraute Gattin und ich haben eine langes Wochenende gemacht, als Ausgleich zur von den „Debilanten“ in Berlin verordneten Corona-Tristesse der vergangenen 8 Monate von November bis Juni. Wir haben am Freitag in Schwäbisch-Hall Golf gespielt und am Samstag in Rothenburg o. d. T. Am Sonntag hat es ordentlich geregnet, so dass wir uns das Spielen von 9-Loch in Dinkelsbühl, wo wir übernachteten, erspart haben. Hier ist noch speziell für Annalena –
Gott schütze uns vor Sturm und Wind,
und Annalena dem Grünen Kind
– zu erwähnen, dass vor dem Hotel ein Bus stand mit welchem eine riesige Gruppe Holländer angereist war, auf dem in großen Lettern das Z-Wort prangte wie ein Mahnmal dafür, dass sprachliche Bedeutungen von inhaltlichen durchaus abweichen können, was aber Grünen kaum mehr beizubringen scheint. In großen Lettern prangte dort auf rotem Grund: „de Zigeuner“. Für einen Bus voll umherreisender Holländer doch recht passend, wie ich meine. Das Z-Wort steht in diesem Fall Ja stellvertretend für umherziehen und kann in diesem Kontext mitnichten diskriminierend sein!

Somit fuhren wir, anstatt Golf zu spielen, am Sonntag nach dem Frühstück nach Rothenburg, da meine Frau noch nie dort war. Ich schon, allerdings beruflich mit 8 Japanern auf dem Weg nach Weiden i. d. Oberpfalz, von mir immer auch gerne als „WIDOPF“ bezeichnet. Denen zeigte ich Mitte der 90er Jahre unsere dortige Fabrik für stationäre Blei-Gel-Zellen der Marke Sonnenschein. Das die Kameraden, weil von HEPCO und TEPCO dereinst wegen des Kraftwerks in Fukushima Berühmtheit erlangen sollten, konnte ich damals nicht ahnen. Jedenfalls fingen meine „Japse“, so kurz hinter Aschaffenburg, an mich zu nerven. Wie es denn wäre, ob Rothenburg weit ab von der Fahrstrecke läge oder so. Also änderte ich kurzerhand, kundengestählt wie ich damals mittlerweile war, die Fahrtroute und wir fuhren hinter Würzburg auf die A7 gen Süden nach Rothenburg. Wir latschten durch die Altstadt, amüsierten uns darüber das die Souvenirgeschäfte alles in Japanisch beschrieben hatten und tranken vor einem Restaurant alle einen Kaffee. Dann ging ich pinkeln, ich ging in das Lokal und suchte das Wasserklosett auf. Auf dem Weg dahin sah ich, dass hinten in dem recht großen Schankraum Vitrinen voll mit Zinnsoldaten waren, welche regelrecht so etwas wie Schlachten oder Schlachtanordnungen darstellten. Ich dachte nur: „Bingo, das „isses“ was Japaner lieben“. Nach dem Bezahlen schleppte ich also meine 8 Kandidaten zu den Vitrinen und ließ der Sache seinen Lauf. Die waren so begeistert von den Zinnsoldaten, dass ich Mühen hatte, sie aus dem Lokal wieder raus zu bekommen. Danach ging es dann Richtung Amberg auf der A6 gen Weiden weiter.

So schlug ich denn nun gestern mit meiner Geliebten in Rothenburg ein und wir liefen in Richtung Marktplatz. Logischerweise fragte ich mich, ob ich die Pinte nach über 25 Jahren wiederfinden könne oder nicht. Meine Frau, sie kennt mich und die Geschichte, wusste das natürlich und so mäanderten wir durch die Straßen mit dem Ziel, irgendwo einen Kaffee zu trinken. Und „guess what“, Ja ich sah das Gebäude irgendwann von der Rückseite und wusste, das ist das Ding. Wir wollten also auf die Terrasse, um dort einen Kaffee zu trinken, wo mich dann allerdings ein Kellner stoppte und meinte, meine OP-Maske reiche nicht aus, es müsse eine FFP2-Maske sein, wie sie meine etwas weniger anarchisch veranlagte Gattin unter der Modemaske aus Stoff trägt. Ich lachte den Deppen einfach nur aus, drehte mich um und ging kopfschüttelnd wieder. Meine Frau nimmt das hin, weil sie weiß das es Dinge gibt, über die ich jegliche Diskussion bzw. Kompromissfindung verweigere. Ich gehe hier mal stark davon aus, dass diese FFP2-Idiotie auf die bayerische Landesregierung zurückgeht, denn es Ja kann wohl nicht angehen, dass Bayern nicht anders ist als andere Bundesländer – Glückwunsch Herr Söder, dass sie so peinlich genau meine Vorurteilswelt stützen! Im Gehen hörte ich hinter mir, wie der Kellner die nächsten zwei Männer anraunzte, dass es hier nur mit FFP2-Makse weitergehe und die einen Euro fünfzig kosten. Da war mir klar, Mutter Courage war nach Rothenburg ob der Tauber gezogen und wir sollten uns schleunigst irgendwo anders etwas suchen, ehe ich zurückgehen und ausfällig werden könne.

Gesagt getan, am Marktplatz wurde draußen ein Platz vor einem Café frei und wir setzten uns dort hin. Auch hier wohnte Mutter Courage, drinnen nur mit FFP2-Maske zeigte das Schild an. Immer noch oder schon wieder angep… fing ich an den unvermeidlichen Corona-Kontaktzettel, von dem wir alle wissen, dass egal was auch immer passiert niemand ihn jemals lesen wird, auszufüllen. In meiner grenzenlosen FFP2-Wut bemühte ich meine Phantasie und schrieb; „Franz Ferdinand von Porsche der 2.“, gefolgt von korrekter Adresse und Telefonnummer. Damit – falls doch einer mal auf den Zettel guckt – man die Ironie auch sieht, kringelte ich die F’s, das P und die 2 auch noch ein. Der Kaffee war lausig und viel zu heiß, aber was soll’s. Dafür war der Apfelkuchendialog hinter uns am Nebentisch super. Ein Mann in unserem Alter, wohl mit seinem Sohn dort, bestellte einen Espresso und einen Apfelkuchen.
Kellnerin: „einen gedeckten Apfelkuchen oder einen Apfelstrudel?“
Mann: „einen gedeckten Apfelkuchen bitte.“
Kellnerin: „mit oder ohne Schale?“
Mann: „ohne Schale.“
Erstens, mit oder ohne Schale wäre mir niemals in den Sinn gekommen, ich mache die Schale zum Kochen oder Backen grundsätzlich ab. Zweitens, ist ein ungedeckter Apfelkuchen in Bayern ein Strudel? Oder gäbe dann drei Varianten, Strudel, gedeckt und ungedeckt? Ach, ist Ja auch egal, den Dialog war der lausige Kaffee wert. Dritte, wenn auch absurde Möglichkeit, man bekommt zum gedeckten Apfelkuchen noch eine Schale dazu.

Anschließend ging meine Frau, da FFP2-bewehrt, zur Toilette und ich kniff die Beine zusammen. Am Parkplatz angekommen sah ich dann, dass dort öffentliche Toiletten sind und ich trat ganz allein – auf weiter Flur kein anderer Humanoide in Sicht – in diese völlig unmaskiert ein und erleichterte mich. Das war Rothenburg, zweimal reicht, Zinnsoldaten hin oder her. Abschließend noch zu meinen zwei hier schriftlich gestandenen Schwerverbrechen, also Falschangabe des Namens und unmaskiertem pinkeln Herr Söder:  fang mich doch du kleiner Landesfürst…

Franz-Ferdinand-von-Porsche-der-2.

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Categories: 我的金瓶梅

admin

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