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Was passieren kann, wenn man in China illegal Auto fährt und die Polizei gerne hat

Eigentlich beginnt diese Geschichte in Shenzhen, China und führte dann in der Konsequenz erst zu einem Zusammentreffen mit der deutschen Verkehrspolizei. Ich war mit russischen Geschäftsfreunden in China. Wir machten diverse Besuche in verschiedenen Städten, die meisten jedoch in und um das boomende Shenzhen herum. Einer unserer Geschäftspartner hieß Charly, also das war sein „western name“, natürlich nicht sein chinesischer. Besagter Charly hatte gerade erst – mit Anfang dreißig – seinen Führerschein gemacht und fuhr uns. Er hatte uns des morgens mit einem Kollegen am Hotel abgeholt. Der Kollege fuhr vorneweg, Charlie mit uns hintendrein, zur Fabrik etwa 150 Kilometer nordöstlich der City. Damals hatte die chinesische Regierung gerade einige Bleibatteriefabriken wegen zu hohen Umweltbelastungen geschlossen und es grassierte so eine Art Landflucht, die Fabriken wurden in Gebiete abseits der Städte verlegt, auf das die Umweltauflagen nicht so hoch sind. Charlies Fahrstil war gelinde gesagt eine Katastrophe. Wenn er auf der Autobahn jemanden überholen musste, fing er an zu hyperventilieren, dauernd bremste der unmotiviert ab – okay ich gebe zu, das findet man auch auf deutschen Autobahnen zunehmend – oder wechselte die Spur erst nachdem er das Fahrzeug extrem verlangsamt hatte. Häufig wurden wir rechts überholt, von abenteuerlich wirkenden LKW die aussahen, als brächen sie in Kürze auseinander. Kurz und knapp, die Fahrt war beängstigend. Da ich ein pragmatisch-fatalistischer Hund bin, machte ich es mir auf dem Beifahrersitz gemütlich, während die Russen hinten in ihrem Angstschweiß dünsteten, und sich Mittels mitgebrachter Alkoholika ruhigstellten. Was sie aber auch ohne die abenteuerliche Fahrt ohnehin getan hätten. Auch ich zog mir zwei Whiskeys aus Miniflaschen – wir nennen die immer Patronen – rein und segelte dann gemütlich und gut gewärmt ins Reich der Träume.

Der Tag in der Fabrik war dann lang und von endlosen Diskussionen geprägt. Auf der Rückfahrt wieder mit Sunny (Charlies Spitzname) unterwegs, nur diesmal ohne Guide voraus, genossen wir die immer wahrscheinlicher werdendere Aussicht, nicht lebend nach Hause zu kommen und diskutierten noch eine Weile weiter. Irgendwann näherten wir uns Shenzhen und ich dachte ununterbrochen darüber nach, dass es das Beste für unser aller Wohl wäre, Charlie mal beim Fahren abzulösen. Nur wie macht man das bei einem Chinesen, ohne das er sein Gesicht verliert? Eben, besser gar nicht. In Shenzhen verfuhr sich dann unser Charlie völlig. Also fing er an zu telefonieren um herauszufinden, wie wir wohl zurück zum Hotel fänden. Wir fuhren links, rechts, geradeaus und wieder zurück, ohne wirkliche Aussicht auf Erfolg und dann hatte ich es, ich schlug Charlie vor, ich könne Ja fahren und er solle telefonieren und mich lotsen. Das erlöste sowohl ihn ohne sein Gesicht zu verlieren und erhöhte unsere Überlebenschancen dramatisch. Wir stoppten und wechselten also. Charlie lotste mich durch die Wirrungen der Stadt Shenzhen. Dann fuhren wir irgendwann eine Straße entlang an deren Ende ich einen Zaun sah und dahinter Schiffe. Sehr viele Schiffe, in einem mir wohlvertrauten Grauton angemalt. Wir fuhren geradewegs auf den Marinehafen von Shenzhen (Shekou oder Yantian – wer weiß das schon) zu. Da kam bei mir leichte Panik auf. Ein Chinese, fünf Russen und ein Deutscher, ohne gültige chinesische Fahrerlaubnis, in der Nähe eines chinesischen Marinehafens? Keine gute Idee. Ich machte Charly klar, dass wir da weg mussten, bog am Ende der Straße links nach Süden, oder was ich dafür hielt, ab und bretterte die Straße nach dem Motto „bloß weg“ runter. ivermectina comprimido preço Anschließend kam Charlie auf die Idee ein Taxi anzuheuern, welches vor uns her zum Hotel fahren sollte. Gute Idee, dachte ich. Er telefonierte und gab so was wie unsere aktuelle Position weiter und wir warteten auf das Taxi. Der Fahrer setzte sich vor uns und dann ging der Höllenritt los. Der Irre hielt sich an nichts. Er bretterte mit 150 km/h über die Stadtautobahnen. Auf Straßenabschnitten mit erlaubten 70 km/h fuhr er 120 bis 130 km/h. Irgendwann kamen wir an eine Mautstation und ich händigte der uniformierten Dame in ihrem Häusel ein paar 10 Yuan aus und bekam eine Quittung, welche ich einsteckte. Irgendwann erreichten wir körperlich unversehrt unser Hotel, Charlie bezahlte den Taxifahrer. Wir gingen duschen und dann etwas essen, betranken uns ordentlich und lachten den ganzen Abend über Charly.

Nach der Reise habe ich bei der Erstellung meiner Reisekostenabrechnung die Mautquittung gefunden. Ich habe einen Hang so etwas als Erinnerung aufzuheben und ich fragte mich wohin damit. Also landete das Ding in meinem Führerschein und fristet dort bis heute überwiegend ein Dasein im Dunkeln. Da ich sehr viel Auto fahre, ich vermute das ich mittlerweile so an die 2 Millionen Kilometer in meinem Leben gefahren bin, komme ich ab und an in Verkehrskontrollen. Es wird zwar weniger, weil ich immer älter aussehe und wenig Unfug mache, aber es kommt vor. ivermectin interaction with liver and kidney diseas Da ich meinen Hang zur Verachtung von Uniformen und meine Abneigung gegen die Verkehrspolizei nie ganz ablegen konnte, passierte dann was passieren musste. pig ivermectin Ich hatte mir als „Running Gag“ zu der Quittung ausgedacht, dass ich einfach behaupte, dies sei meine chinesische Zusatzfahrlizenz. Das habe ich mit viel Lachen und Tränen in den Augen einigen Menschen erzählt – als Gag. Bis ich eines Tages – ich weiß nicht mehr wo – kontrolliert wurde. Die nette Polizistin fragte mich also nach den Fahrzeugpapieren und meinem Führerschein. Ich klaubte das schöne alte graue Sch…ding aus meinem Portemonnaie und gab ihr das Ding, da viel ihr Blick auf die Mautquittung. Ich muss hier zu meiner Verteidigung vorbringen, dass ich genervt war wegen der – völlig unnötigen und willkürlichen – Kontrolle, so dass ich ihr erzählte, dies sei meine chinesische Zusatzfahrlizenz. Das hat die Arme ganz wuschig gemacht, weil sie so etwas noch nie gesehen hätte. Daraufhin hat die den schmuddeligen Zettel ganz genau studiert und ich dachte schon mit der Nummer sei ich jetzt wirklich und endgültig am A… Jedenfalls hatte ich Glück, die Dame glaubte mir und da meine sonstigen Papiere echt waren, durfte ich unbehelligt weiterfahren. Als ich meinem Sohn dann mal von der Nummer erzählt habe, hat er mir erstmal nicht geglaubt und meinte das sei eine Geschichte um ihn zu veräppeln, bis er nach einer Weile begriff, dass sein alter Herr wirklich ein so dreister und bescheuerter Drecksack ist. Liebe Polizistin, sollten Sie das jemals lesen, entschuldige ich mich und lade Sie zwecks Wiedergutmachung auf einen Kaffee mit einem Stück Kuchen ein.

Die andere Sache war mit dem Bestatter. Eines Tages legte mir mein Serviceleiter – der hat bestimmt so 3 bis 4 Millionen Kilometer in seinem Leben mit dem Auto abgerissen – einen Zettel auf den Schreibtisch, auf dem von schwarzem Trauerrand eingerahmt stand: „Bestatter im Einsatz“. Ich fand das urkomisch und legte den Zettel in mein Auto. Von da an legte ich den Zettel immer in Sachsenhausen im Anwohnerparken vorne auf die Hutze und ging zu ZVEI- und VDE-Meetings ohne Knöllchen zu bekommen, wenn ich mal nach 15:00 h erst zum Auto zurückkehrte. Ich sage es ganz klar, ich parke immer korrekt, aber nicht in Sachsenhausen. Ich habe mich mal richtig mit der Stadt Frankfurt angelegt, wegen eines Knöllchens wegen Verstoßes gegen das Anwohnerparken. In Frankfurt Sachsenhausen gibt es ganze zwei Parkhäuser, wovon das eine von Klinikbesuchern genutzt wird und das andere in der Villa Kennedy damals teurer war als das Knöllchen. Jedenfalls weigerte ich mich, den Frankfurter Knalltüten mein sauer verdientes Geld zu geben, bis mich der Richter des anstehenden Verfahrens anrief und mir riet das Ding zu bezahlen, da ich das hundertprozentig verlöre. Schließlich wisse er das deshalb ganz genau, weil er schon lange daran war den Schergen der Stadt und ihren Bütteln das Handwerk bezüglich der Anwohnerparkzonen zu legen. Er hätte festgestellt, dass es keine Aussicht auf Erfolg gäbe, die könnten im Prinzip mit der Keule Anwohnerparken schalten und walten sie wollen. Irgendwann erzählte ich beiläufig meinem Ralf, der mir dieses feine Schild geschenkt hatte, das ich das in Sachsenhausen immer benutze, woraufhin der sich an seinem Bier verschluckte und meinte, dass könne ich doch nicht machen, das sei doch nur ein Gag gewesen. Gag hin oder her – dass ich ein Chaot war weiß ich, dass ich es immer noch bin, darauf bin ich stolz. Heute liegt das Ding von unserem Praktikanten feinst laminiert in dem Fach meiner Fahrertür und wird immer noch für Parknotwehrsituationen genutzt!

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