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Was PTBS mit dem Barbarossafeldzug verbindet

Neuerdings haben alle Leute irgendwie PTBS, was Ja für posttraumatische Belastungsstörung steht. Zu Deutsch, jemand hat ein (psychisch) traumatisches Erlebnis gehabt und leidet nun. Wobei das Leiden – wie beim Anblick von von der Ley(d)en – nicht spezifiziert wird, bzw. es können auch mehrere Leiden uftreten, was dann Komorbidität heißt. Soweit so gut. Interessant ist auch noch, dass man das traumatische Erlebnis gar nicht selbst erlebt haben muss, das kann also auch anderen passiert sein und man ist trotzdem traumatisiert. Was nun aber eine tolle Frage wäre ist, kann also Jemand welchem etwas schlimmes passiert, ohne PTBS auskommen, obwohl dem Mitleidenden eine PTBS droht? Das wäre dann wirklich endlich der Schlussschuss der grünen Um-Gestalter. Der größte Coup seit der Jungfrauengeburt. Also Beste Marketingkampagne: Jesu Geburt ohne Zeugung, zweiter Platz PTBS ohne eigenes Erlebnis.

Ich habe da mal eine Frage, wie kann es sein, dass mein Großvater – mein geliebter Opa – nach sechs Scheißjahren Krieg, einer üblen von Granatsplittern verursachten Unterschenkelverletzung, mehr als 6 Monaten Kriegsgefangenschaft in einem russischen Kriegsgefangenenlager, erst im Dezember 1945 zurückgekehrt, so ganz ohne PTBS auskam? Der war erst in Belgien, das war als 1940 die Wehrmacht zum Urlauben nach Paris fuhr, dann in Norwegen im Eis und anschließend an der Ostfront. Wo er sich glücklich schätzen durfte, dass der größte Führer aller Zeiten ihn am Unternehmen Barbarossa teilnehmen ließ. Ein Unternehmen welches mein Opa – der nie etwas aufschrieb, wenn er es nicht musste – in krakeliger Schrift und einigen orthographischen Fehlern – da zahlen sich 6 Jahre Volksschule dann voll aus – akribisch dokumentiert hat, was ich später unten anfüge. Wieso war dieser Mann so völlig normal. Er schlug seine Frau nicht, war immer für alle da und liebte seine Enkel – komischer Typ das. Ein Wort noch zu Belgien, mein Opa schickte seiner Peppi eine Postkarte mit blauen Hortensien drauf. Auf der Rückseite stand: „…betrachte die andere Seite dieser Karte mit Vernunft, denn sie ist aus Brüssel…“ Nun habe ich ungebildeter Proll Jahre gebraucht um zu verstehen, was er sagen wollte. Ich stand in Meißen abends zur Hochzeit der Montagsdemos mit einem Kollegen vor Bildern im Schaufenster einer Galerie. Auf einem der Stillleben waren große blaue Hortensien zu sehen und er meinte beim Betrachten ganz versonnen: „die sind nur blau, wenn der Boden eisenhaltig ist.“ Da vielen mir die Schuppen aus den Haaren und ich verstand, dass der kleine schlaue Bäckersmann seiner Frau trotz Nachrichtensperre mitgeteilt hatte, dass die Urlaubsfahrt nach Paris in Wahrheit Krieg ist. Noch etwas kann uns diese Geschichte sagen, nämlich dass die Zensoren der Wehrmacht genau so wenig Ahnung von Hortensien hatten wie ich.

Bislang bin ich ohne PTBS davongekommen. Das kann entweder daran liegen, dass mir schlimmes erspart blieb, oder aber Prof. Dr. Rolf Osterhoff hatte recht, der sagte mal bei einem Seminar zu mir: „sie sind ein Verdränger, Sie verdrängen alles, und das perfekt!“ Sei es drum, Verdrängen ist eine super Sache. Das lohnt sich voll. Ich sage immer, wenn ich mich für oder gegen etwas entschieden habe, kann das falsch sein, dann ändere ich einfach meine Meinung, aber ich mache niemals ob der falschen Entscheidung aus meinem Herzen eine Mördergrube. Das schützt die eigene Psyche ungemein und bewahrt einen davor, entscheidungsfeige zu sein oder zu werden. Soviel zur Küchenpsychologie. So, das musste mal gesagt werden, um der Verdrängung die angemessene Huldigung zukommen zu lassen.

Zurück zum Thema, ich habe nun die ultimative Steigerung zur PTBS gefunden, oder erfunden? Es ist die noch recht unbekannte Prä-PTBS, also eine präposttraumatische Belastungsstörung. Das Phänomen tritt dann auf, wenn der Delinquent noch gar kein traumatisches Erlebnis hatte, bzw. kein anderer eines hatte, nachdem dann das Phänomen auftreten könnte. Sozusagen ist man schon krank, obwohl man noch gar nicht krank sein kann. Ist das nicht genial? Fragt sich abschließend zur Prä-PTBS nur, ob man einen Arzt findet der bescheuert und dreist genug ist, daraufhin einen gelben Zettel auszufüllen und ob es dafür dann einen neuen ICD-Code benötigt oder ob man ansonsten mit F43.0 bis F43.2 auskommt. Wobei mir gerade einfällt, das selbst der „Gelbe Schein“ ein Opfer der um sich greifenden „Vergenderung“ ist, denn neuerdings sammeln sich auf meinem Schreibtisch immer mehr rosafarbene Zettel. Eigentlich ist diese Änderung der irgendwann kommen sollenden Digitalisierung geschuldet, fragt sich nur warum der Zettel doppelt so dick und doppelt so groß sein muss. Wahrscheinlich müssen irgendwo noch ein paar Bäume weg? Und möglicherweise ist bei gelb auch einfach der Kontrast für Lesegeräte zu schwach.

Egal, hier nun der Russlandfeldzug meines Opas, der schlummert schon lange vor sich hin. Es folgen also hier die Originale und dann die von mir angefertigte Klarschrift.

Abfahrten-von-der-Ostfront

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Abfahrten von der Ostfront
Am 14. Mai abgerückt aus Gronwolde nach Tilsit,
Quartier Siedlung Senteinen
am 18.Juni Abfahrt aus Tilsit
über die Memel nach Nauseden [Nausėdai Stoniškių  Pagėgiai].
Am 21. Juni Abr. Nach Sokaiden [Sokaiten Kreis Pogegen: Sokaičiai]
. 400

am 24 Juni Fertigmachen zum Abr.
am 25.  ””   Morgen 2 Uhr Wecken
Abr. 300 über die Grenze.
am 26. ””   1 Rast in Gauze [Gaussen Kreis Memel: Gausai]
am 26. ””   2 Rast in Vidukle [Viduklé : Widulken],
. 25.6. 1700

am 1. Juli Wecken 2 Uhr.
Abr. Nach Panelugs [?].
am 5. Juli Wecken 4 Uhr Abr. 5½
nach Kreuzburg an der Düna [Krustpils (dt: Kreutzburg) Stadtteil von Jēkabpils].
am 12. Juli Abr. Aus Kreuzburg
um 3 Uhr um 7 Uhr Dünaburg [Daugavpils (dt: Dünaburg)].
am 13. Juli Ankunft 14 uhr in Ostrow [Ostrow (russischО́стров, zu deutsch „Insel“)]

am 14. Juli Abr. Mittags 3 Uhr
nach Pleskau [Pskow (russischПсков, deutsch auch Pleskau].
am 11. August Abr. 7 Uhr nach Pljussa [Pljussa Плюсса, Oblast Pskow]

am 28. AugustAbf. Von Pljussa
7 ½. Nach Luga [Luga (russischЛу́га), Oblast Leningrad], Ankunft 4 ½ Uhr.
am 12. September Abr. Von Luga 500
nach Ankunft Siwerskaja [Siverskiy] 1000
am 4. Oktober Abrücken von /900
Linarskoga nach Krasnogwar-
.                                          deisk.
[Gattschina, 45 km südlich von Leningrad]

Categories: 我的金瓶梅

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