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Zoll II

Zoll zwei mache ich schnell in zwei und drei. Die zweite Geschichte ist kurz. Ich kam aus Bologna am Frankfurter Flughafen an und man brachte uns im Bus zum Terminal. Ich war als letzter eingestiegen, also musste ich, als die Türen aufgingen, auch als erster raus. Ich kam ca. einen dreiviertel Schritt weit, dann stoppte ich alles, weil ein Froschmann ohne Flossen vor mir stand, mir den Zeigefinger auf die Brust setzte und sagte, „sie, sie zeigen mir jetzt erst mal ihren Pass!“ Ich war versucht spontan in meine Brusttasche zu greifen, aber da sah ich das sein Kollege, der hatte sich noch nie in seinem Leben rasiert, nervös an seiner Uzi herumfummelte und ich mir nicht sicher war, ob er mich nicht aus Versehen gleich erschießen würde. Also machte ich nur noch extrem langsame Bewegungen und nach dem meine Kollegen dem Zöllner bestätigt hatten, ich sei kein Terrorist und man wäre die letzten drei Tage zusammen gereist, durfte ich weitergehen.

Die andere Geschichte die ich mich jetzt aufmache zu erzählen werden sie mir nicht glauben, leider habe keinen Zeugen dafür, dass meine Erzählung wahr ist, außer dem Froschmann den sie betrifft. Ich war am Frankfurter Flughafen aus Südostasien zurückgekommen, da ist man dann nicht so ganz wach, aber man kann laufen. Nachdem ich meinen Koffer vom Gepäckband geholt hatte, wollte ich durch den Zoll, bei grün natürlich, „Nothing to declare“ heißt es dort – wie bei unseren Politikern auch. Ich hatte nix dabei, keinen Tabak, keinen Schnaps, keine sonstigen Drogen, und nicht mal Geschenke und wurde kontrolliert. Nach dem ich alle meine mitgebrachten Waren deklariert hatte, nämlich keine – wahrheitsgemäß, wollte mein grüner Freund von mir wissen, ob sich in meiner Aktentasche ein Notebook befinde. „Klar,“ sagte ich, „da ist ein Notebook drin.“ Das wollte er dann sehen, und ich erklärte ihm, da gäbe es nix zu verzollen, weil das Ding sei über ein Jahr alt und in Deutschland gekauft.

Da hatte ich aber die Rechnung ohne den Zoll gemacht. Der Grüne wollte wissen, ob ich damit meinem Job nachgegangen sei. Klar war ich das, ich hatte mit dem Ding meine Emails gelesen und beantwortet, sowie Präsentationen bei Kunden gemacht. Und da wurde mein Freund auf einmal ganz fröhlich und klärte mich dann darüber auf, dass dadurch der Wert des Notebooks im Ausland gestiegen sei, und der Zoll nun für diesen Mehrwert irgendwie Zoll erheben könnte. In Wahrheit war seine Erklärung viel schöner, ich gebe hier nur den flachen Sinn wieder. Der Typ hatte so was von einen an der Waffel, das ich ihn nicht so ganz ernst nahm und das machte ihn sauer. Daraufhin wurde ich sauer und ich machte ihm unmissverständlich klar, dass er das Notebook behalten könne, ich gehen würde, und den Rest würde ich irgendwelchen Anwälten überlassen, oder den Zeitungen – zur allgemeinen Belustigung. Mal ehrlich, ist Ihnen klar, dass wir diesen neurotischen Hansel bezahlen?

Categories: 我的金瓶梅

admin

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